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Blick aus dem Südschiff Richtung Nordwest

Die Restaurierung der Großen Orgel der Rostocker Marienkirche

In den hier abrufbaren Beiträgen zur Geschichte der Orgel der Marienkirche wird erkennbar, dass seit 250 Jahren ein Missverhältnis zwischen der eindrucksvollen optischen Erscheinung der Orgel und ihrem wenig faszinierenden Klang besteht.

Unsere Vision ist,

  • der Rostocker Marienkirche Klänge zurück zu geben, die diesem Bauwerk entsprechen,
  • Klänge, nach denen in Rostock über 250 Jahre gesucht wurde : von poetischer Zartheit bis zur fülligen Pracht,
  • Klänge, die allen Besuchern der Marienkirche spirituelle und erbauliche Erfahrungen ermöglichen, unabhängig von ihrer religiösen oder kulturellen Zugehörigkeit.

Die einzelnen Aufgaben:

  • Restaurierung des barocken Ensembles von Orgelfront, Empore und Fürstenloge, Reinigung und Sicherung von Schnitzwerk, Farbfassung und Vergoldung –
    geschätzter Aufwand: 500.000 bis 750.000 Euro
  • Räumliche Reorganisation des Inneren der Orgel unter Beachtung des historischen Tragwerks
  • Kritische Würdigung des vorhandenen technischen Bestandes (besonders der aus mehreren Epochen stammenden Pfeifen) in Hinblick auf die weitere Verwendung,
    sorgfältige Restaurierung des ausgewählten Materials
  • Neuanlage der Steuerung des Instruments in klassisch-mechanischen Techniken zugunsten höchster Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit
  • Ergänzung des so überarbeiteten Instruments mit neuem Pfeifenwerk und neuer Technologie nach den für große Instrumente international üblichen Maßstäben
  • Öffnung des Instruments für zeitgenössische Orgelmusik, Randbereiche des Orgelklangs, Eignung für Improvisation, zugleich Stärkung aller Fähigkeiten für klassische Orgelmusik
  • Steigerung der Attraktivität für bereits erschlossene wie auch bisher unerreichte Schichten von Publikum und Musikschaffenden
  • Geschätzter Aufwand für die rein orgelbaulichen Maßnahmen: 2 bis 2,5 Millionen Euro

Ein Anfang ist gemacht

Eine umfassend besetzte Expertenkommission hat mit den den Planungen der Maßnahmen begonnen. Die vielen nötigen Voruntersuchungen konnten durch den örtlichen Kirchenmusik-Förderverein ermöglicht werden. Mit Stand Januar 2023 sind über 200.000 Euro Eigenmittel durch Spenden und einen Sonderhaushalt der Kirchengemeinde aufgebracht worden. Ein Teil wurde bereits für die aufwendigen Voruntersuchungen investiert. Lesen Sie auf der Unterstützer-Seite>, wer sich bisher finanziell engagiert hat. Die nachfolgende Zeittafel zeigt die aktuell anliegenden Schritte:

Zeitachse

1998

  • Einladung an fünf Orgelbaubetriebe zur Untersuchung des Instruments und Abgabe von Konzepten auf Initiative von KMD Joachim Vetter

1999-2000

  • Vorschläge zu Neubauten im historischen Gehäuse ohne oder mit geringer Einbeziehung vorhandener Substanz, in einem Fall historisierender Neubau nach Marx 1793 unter Einbeziehung erhaltener Substanz – keinerlei konkrete Umsetzung

2006

  • Die Kirchengemeinde nennt in der Stellenausschreibung zur Nachbesetzung von KMD Joachim Vetter die fachliche Befähigung zur Begleitung eines Orgelbauvorhabens als Anforderung

2007

  • Abschluss der Sanierung des Hochgewölbes, Orgel wird ausgereinigt
  • Erstmals seit Jahrzehnten geschlossene Gebäudehülle, Ende größeren Staubeintrags, unter diesen Bedingungen etwas verbesserter Orgelklang
  • Karl-Bernhardin Kropf tritt Nachfolge von KMD Joachim Vetter an – er verfügt über ausgeprägtes Interesse am Orgelbau und spezielle Schulung.
    In den nächsten Jahren Beseitigung einiger lange geduldeter kleinerer Mängel im Instrument

2009

  • Veröffentlichung einer CD mit dem aufgefrischten klanglichen Zustand
  • Kirchengemeinde lädt Orgelbauer und Sachverständige zu einem Symposium – Intensive Diskussion von Potential und Unzulänglichkeit des Instruments, Anerkennung einiger Qualitäten, immer noch skeptische Grundstimmung

2012

  • Gründung des Fördervereins für Kirchenmusik in der Kirchengemeinde
  • In den Jahren seit 2009 viele Fachbesucher an der Orgel, Gespräche mit dem Organisten, zunehmendes Interesse am Potential des Instruments und Optimismus für Restaurierung

2017

  • Übergabe einer speziell entworfenen Truhenorgel durch den Förderverein, auch bereits gedacht als Ersatzinstrument für die Dauer von Arbeiten an der Großen Orgel
  • Diese Orgel wurde in drei Jahren Vereinsarbeit aus Kleinspenden und Patenschaften finanziert, im Anschluss Bekundung des Fördervereins, die Restaurierung der Großen Orgel vorzubereiten
  • Kirchengemeinde schichtet Gelder um, damit Erkundungsarbeiten für die Orgelrestaurierung möglich werden

2018

  • Gründung einer Orgelkommission
  • Verzögerungen durch nötige Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt betreffend Umfang und Art der Voruntersuchungen

2019

  • Beauftragung von Gutachten, Aufmessung und historischer Erkundung der Oberflächen, der Orgelempore (incl. Fürstenempore darunter) und der inneren Struktur des Instruments. Die Geschichte der orgelbaulichen Teile ab 1793 ist relativ gut dokumentiert.
  • Im Rahmen des Bach-Festes im Mai 2019 letztes eintrittspflichtiges Konzert der Orgel vor Beginn der Restaurierungsmaßnahmen (unabhängig vom tatsächlichen Beginn derselben)

2020

  • Laservermessung der Orgel, Akustische Untersuchung
  • Verzögerungen aufgrund der Corona-Problematik

2021

  • Dokumentation der Farbfassung von Orgel, Orgelempore und darunterliegender Fürstenloge.
  • Vergrößerung der Orgelkommission im Rahmen der neuen Bauordnungen der Nordkirche, erste Beschränkung der möglichen Richtungen des Projekts mit Ausschluss einer historisierender Rekonstruktion (Zustand um 1780) oder reinen Restaurierung des aktuellen Bestandes (1907, 1938, 1983)

2022

  • Ausarbeitung eines Konzepts für die Renovierung und Umgestaltung der Marien-Orgel, denkmalpflegerische Abstimmungen
  • Vorbereitung eines beschränkten Wettbewerbs unter ausgewählten Orgelbaubetrieben zur Untersuchung der Machbarkeit, zur Entwicklung neuer Ideen und zur Feststellung des Finanzbedarfs
  • Statische Untersuchung des Tragwerkes in der Orgel und der Orgelempore

2023

  • Bewertung der von den Statikern erkannten Probleme in der Aufhängung der Seitenflügel des Orgelgehäuses
  • Ausschreibung eines zweistufigen EU-weiten Planungswettbewerbs zur Ermittlung der möglichen technischen Umsetzung auf Basis des von der Orgelkommission erstellten Konzepts

Übersicht über Beiträge, die sich mit der Planung und Vorbereitung der Restaurierung befassen:

Statische Untersuchung der Orgelempore

Eine Kurzdokumentation und drei Animationen zur statischen Konstruktion von Orgel und Empore liegen vor.

Jahreswechsel 2022-2023

Kurzberichte zu den Entwicklungen rund um den Jahreswechsel

Dritte Sitzung der erweiterten Orgelkommission

Am 18. August 2022 traf sich die Orgelkommission zum dritten Mal im Plenum.

Zweite Sitzung der erweiterten Orgelkommission

Am 24. März 2022 trat die erweiterte Orgelkommission erneut zusammen und beschloss die grundlegende Konzeption der Erneuerung der Marien-Orgel

Erweiterung der Orgelkommission

Am 29. September 2021 hat in Rostock erstmals eine erweiterte Orgelkommission getagt. Die künftige Gestalt der Orgel gewann Kontur.

Restauratorische Voruntersuchung abgeschlossen

Von Mai bis Oktober 2021 wurden Untersuchungen an den Farbfassungen von Orgel, Orgelempore und Fürstenloge durchgeführt, um Entscheidungsgrundlagen für die Restaurierung der Oberflächen zu schaffen.

Bericht zum Kolloquium 2009 erschienen

Der Bericht über das Kolloquium 2009 ist erschienen. Er enthält auch Nachrichten über seit damals erworbene Erkenntnisse.

Der „Janke-Akkord“

Zu Jahresbeginn 2012 wurde der anerkannte Intonateur Reiner Janke zu einer Besichtigung der Rostocker Orgel eingeladen

Akustische Untersuchung der Orgel-Situation

Im Zuge der Vorbereitungen der Orgelrestaurierung schien eine klangliche Beurteilung der unterschiedlichen Positionen von Pfeifenwerk im Bereich des Orgelgehäuses zielführend

Digitale Aufmessung der Marien-Orgel abgeschlossen

Im ersten Halbjahr 2020 wurde die Orgel außen und innen per Laser messtechnisch erfasst

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